Botschaft 17
 
     
 

An Bord des Flugs von Adelaide (Australien) nach Singapur, 13. November 1999

 

 
     
 

Mudras sind natürliche Ausdrucksweisen – nicht aus Angepaßtheit und Schicklichkeit, nicht aus Prahlerei und Angeberei.

Laß Leben und Erkenntnis lebens-orientiert sein, 'was ist'-orientiert; nicht buch-orientiert, auch nicht zitat-orientiert. Nicht mal logik-orientiert, denn Logik mag von einem bestimmten Standpunkt hergeleitet sein, der aus Eitelkeit und persönlichem Interesse herrühren mag, wohingegen Wahrheitstreue keinen festen Wohnsitz hat, sie ist intensiv dynamisch.

'Khechari' impliziert ein Erwachtsein, das aus einer völligen Evakuierung der Inputs und Investitionen des Mentalen Bewußtseins hervorgeht und zu der höchsten Intelligenz des Nicht-Mentalen Bewußtseins (NoMind) führt. Das Nicht-Mentale Bewußtsein ist nicht die Geistlosigkeit eines Schwachsinnigen. 'Khe' bedeutet 'Akash', d.h. Himmel oder Leere, und 'Chari' bedeutet 'bewegen'. Deswegen wird ein Vogel 'Khechar' im Sanskrit genannt.

Mudra geschieht aufgrund von Körper-Intelligenz, wenn das Denken seinen Würgegriff auf den Körper losläßt. Dann erlischt das Mentale Bewußtsein mit seinen Mythen und seinem Wahn völlig. Und das "Allerheiligste" gibt sich durch verschiedene Mudras zu verstehen. Mudra soll man nicht zur Befriedigung und Verherrlichung des Ego imitieren oder vorzeigen. Sich mit 'spirituellem' Wissen zu brüsten und 'spirituellen' Status zur Schau zu stellen, indem man Etiketten und Titel annimmt, ist die letzte Vulgarität eines belanglosen Geistes (petty mind).

Verschiedene Ausdrucksweisen (Mudras) geschahen auf natürliche Weise, als Buddha, Ramkrishna, Sant Tukaram, Raman Maharshi und andere in Glückseligkeit explodierten. Durch das Imitieren jener Mudras würde niemand einen Einblick in den Zustand des Gewahrseins erhalten, in denen diese Unerschütterlichen existierten. Wenn jemand Angst hat, läuft er oder sie. Also kann das Laufen eine Ausdrucksweise, d.h. Mudra, für Furcht genannt werden. Das impliziert nicht, daß alle die, die laufen, es wegen Furcht tun.

Frösche halten ihren Winterschlaf unter Wasser, indem sie ihre Zunge aufrichten wie Khechari Mudra. Sei dir deswegen im klaren über die Promoter des Frosch-Bewußtseins des spirituellen Marktes. Sei in ein-heitlichem Gewahrsein wenn Reiz und Reflex zu einer ein-zigen Regung werden, was völlig die Umwandlung von Sinneswahrnehmungen in weltliche Sinnenhaftigkeit verhindert. Bleibe wach, um die Degeneration der Glückseligkeit des Seins in eine Last des Erlebnisses zu verhindern.

Jai Shyamacharan-Tinkori-Satyacharan